Film "Barfuss"Nach diversen vergeblichen Job-Vermittlungsversuchen vermasselt Nick Keller, der erfolglose Sohn reicher Eltern, auch seinen neuesten Job als Reinigungskraft in einer psychiatrischen Klinik. Wie es das Schicksal fügt, rettet der bereits entlassene Nick der lebensmüden Patientin Leila das Leben, als diese sich im Bad erhängen will. Die Gerettete, die ihr gesamtes bisheriges Leben von ihrer Mutter bis zu deren Tod völlig von der Außenwelt abgeschottet aufgezogen worden war, heftet sich daraufhin barfuß, "weil sie ihre Füße nicht einsperren will", an die Fersen ihres Retters, der sie zu seiner Bestürzung nicht mehr los wird. Notgedrungen nimmt Nick Leila mit auf den Weg zur Hochzeitsfeier seines erfolgreichen Bruders Viktor, wo sich beide nach zahlreichen aufregenden und kuriosen Episoden schließlich von allen Gästen ungläubig beäugt einfinden und Nick Leila als seine neue Freundin vorstellt. Im Lauf der Feier kommt es zwangsläufig zur Aufdeckung von Nicks Schwindelgeschichte, was ihn in seiner Hilflosigkeit dazu veranlaßt, die ahnungslose Leila am Bahnhof abzusetzen, um sie wieder in die Klinik abholen zu lassen. Seine Sinneswandlung, sie doch nicht ihrem Schicksal zu überlassen, kommt zu spät und so bedarf es schließlich vieler schmerzhafter Schritte von Nick, seiner Leila, die ihm inzwischen mehr bedeutet als er sich zugestehen wollte, gegen alle Widerstände wieder näher zu kommen. Möglicherweise inspiriert von "Rain Man" ist Til Schweiger mit seiner zweiten Regie-Arbeit ein wunderbar luftig-leichter, humorvoller und sympathischer Film gelungen, der auch seine nachdenklichen Momente aufweist. Eine Art romantisches "Road-Movie", welches dabei ganz von seiner zauberhaften Hauptdarstellerin getragen wird. Johanna Wokalek spielt zwischen einer ganz im positiven Sinne kindlichen Naivität und einer neugierig-offenen Lebensansicht, entrückt und doch bodenständig, die so manche eingefahrene Verhaltensweise und Lebensgewohnheit in ihrer Absurdität entlarvt. Das Paradoxe an der Geschichte ist, dass der lebenserfahrene, aber sehr oberflächliche Nick erst durch Leila, die vergleichbar einem "modernen Kaspar Hauser" (wie Til Schweiger ihre Person beschreibt) vom "wirklichen Leben" noch nichts erfahren hat, den Weg zu Verantwortung und zu sich selbst gezeigt bekommt, den Blick für das Wesentliche offenbart bekommt. Leila selbst findet durch Nick ihren Weg zurück zum Leben. Die warme und dezente Farbgebung verleiht dem Film ein zauberhaft entrücktes zeitloses Flair, welches das Ganze in Verbindung mit der Kameraführung auch optisch zu einem Genuß werden läßt. Neben den Hauptakteuren ist der Film auch in den Nebenrollen hochkarätig besetzt und überrascht selbst in kleinen Gastrollen mit bekannten deutschen Schauspielern. Ein Highlight ist hier sicher Jürgen Vogel als Hausmeister in der Psychiatrischen Klinik. Und auch mit der Auswahl des Soundtracks hat Til Schweiger eine glückliche Hand bewiesen. Auszeichnungen:Bambi 2005 Undine Preis 2005 Nominierungen:Deutscher Kamera-Preis 2006 Deutscher Filmpreis 2006 |
![]() Regisseur: Til Schweiger Darsteller: Link zur Offiziellen Filmseite mit
Trailer 1 (Windows Media) ~ (Quicktime) Trailer 2 (Windows Media) ~ (Quicktime)
Bei YouTube ist von Rasaa Shirasi noch folgendes Music-Video: Barfuss-Musik-Video |