Film "Der Baader-Meinhof-Komplex"
Regisseur Uli Edel verfilmte das Buch 'Der Baader-Meinhof-Komplex' von Stefan Aust (Journalist, langjähriger 'Spiegel'-Chefredakteur bis Februar 2008).
Die Dreharbeiten fanden 2007 in Deutschland und Marokko statt. Der Kinostart in Deutschland begann am 25. September 2008. Produzent und Drehbuchautor des ambitionierten Projektes war Bernd Eichinger.
Der Film führt den Zuschauer in einer Parforce-Tour durch zehn Jahre deutscher Geschichte des Terrorismus der Rote-Armee-Fraktion RAF, von den Anfängen der Studentenbewegung der 68er bis zum Selbstmord von Baader, Raspe und Ensslin in der JVA Stuttgart-Stammheim, der Entführung der Lufthansa-Maschine 'Landshut' nach Mogadischu und dem Mord an Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer im Jahr 1977.
Wer die damalige Zeit nicht selbst miterlebt hat oder sich mit der Geschichte der RAF oder Stefan Austs Buch beschäftigt hat, für den dürfte der Film aufgrund der Komplexität und Kompaktheit schwer zu erfassen sein; zu groß ist die Fülle an Informationen und viele Details können oft im Zeitraffer nur gestreift werden.
Der Film schockiert teilweise durch seinen offenen und direkten Realismus. Historische Dokumente sind in die Filmstruktur eingebaut, oder wechseln mit filmisch-fiktiven Sequenzen, deren Belegbarkeit durch das Fehlen der Zeitzeugen offen bleibt, und Szenen, die rein filmisch-dramaturgischer Natur sind. Trotz aller angestrebter Authentizität und Detailtreue, auch im Hinblick auf Dialoge, bleiben somit offene Fragen, die wohl nie geklärt werden (was von diesem Film aber auch nicht erwartet werden sollte) insbesondere, da sich ehemalige Mitglieder der RAF über weitere Angaben immer noch in Schweigen hüllen.
Eine Vielzahl bekannter deutscher Schauspieler ist an dem Film beteiligt, und schon vom optischen Eindruck her hat die Casting-Abteilung eine beeindruckende Arbeit geleistet, denn die Ähnlichkeit der Schauspieler mit den historischen Persönlichkeiten ist teilweise frappierend. Hieraus ergibt sich andererseits eine Ambivalenz für den Zuschauer, der sich aufgrund der bekannten Gesichter manchmal einer zumindest andeutungsweisen Identifikation mit den Protagonisten nicht ganz entziehen kann, die sicher nicht im Sinne des Regisseurs und Produzenten lag.
Johanna Wokalek ist als Gudrun Ensslin in ihrer bisher sicher ungewohntesten, extremsten und nach "Hierankl" emotionalsten Rolle zu sehen. In einem ausführlichen Interview mit der FAZ äußert sie Gedanken zu ihrer Rolle.
Mindestens gleich zu stellen ist ihr Martina Gedeck in einer faszinierenden Darstellung der Ulrike Meinhof. Und Moritz Bleibtreu verkörpert einmal mehr voll und ganz die Person, die er darstellt.
Neben den Hauptpersonen erscheint insbesondere die Figur des BKA-Präsidenten Horst Herold, treffend dargestellt von Bruno Ganz, vielschichtig und beeindruckend in seiner differenzierten Sicht der Ereignisse.
In der Kritik wird der Film sehr kontrovers diskutiert und häufig, zumindest partiell, negativ bewertet. Hauptvorwurf ist eine oberflächlich chronologische Schilderung zeitgeschichtlicher Ereignisse und terroristischer Aktionen ohne ausreichende Darstellung von Hintergünden, Kausalzusammenhängen und Motivationen. Schlagwortartig wird dies unter dem Begriff "Polit-Porno" zum Ausdruck gebracht.
Eine umfangreiche Zusammenstellung von Presse-Kritiken findet sich bei www.film-zeit.de.
Ein ausführliches Interview mit Stefan Aust, dem ehemaligen Spiegel-Chefredakteur und Autor des Buches "Der Baader-Meinhof-Komplex" ist bei Zeit-Online erschienen.
Begleitend zum Film wurde von Katja Eichinger, der Ehefrau des Produzenten Bernd Eichinger, das Buch "Der Baader-Meinhof-Komplex. Das Buch zum Film" veröffentlicht, welches u.a. das komplette Drehbuch enthält.
Der Trailer zum Film ist auf der offiziellen Film-Website zu sehen:
www.bmk.film.de

Moritz Bleibtreu - Andreas Baader

Martina Gedeck - Ulrike Meinhof

Johanna Wokalek - Gudrun Ensslin

Niels-Bruno Schmidt - Jan-Carl Raspe

Stipe Erceq - Holger Meins

Hannah Herzsprung - Susanne Albrecht

Daniel Lommatzsch - Christian Klar

Vinzenz Kiefer - Peter-Jürgen Boock

Nadja Uhl - Brigitte Mohnhaupt

Bruno Ganz - Horst Herold

Bernd Stegemann - Hanns Martin Schleyer

Sebastian Blomberg - Rudi Dutschke

Volker Bruch - Stefan Aust
(Bilder-Copyright: Constantin-Film / dpa)
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Regisseur: Uli Edel
Produzent: Bernd Eichinger
Drehbuch: Stefan Aust, Uli Edel, Bernd Eichinger
Kamera: Rainer Klausmann
Musik: Peter Hinderthür, Florian Tessloff
Uraufführung: 16. September 2008
(Mathäser-Filmpalast, München)
Darsteller:
Ulrike Meinhof: Martina Gedeck
Andreas Baader: Moritz Bleibtreu
Gudrun Ensslin: Johanna Wokalek
Jan-Carl Raspe: Niels Bruno Schmidt
Brigitte Mohnhaupt: Nadja Uhl
Peter-Jürgen Boock: Vinzenz Kiefer
Holger Meins: Stipe Erceg
Horst Herold: Bruno Ganz
Astrid Proll: Katharina Wackernagel
Thorwald Proll: Johannes Suhm
Ingrid Schubert: Anna Thalbach
Irmgard Möller: Annika Kuhl
Susanne Albrecht: Hannah Herzsprung
Christian Klar: Daniel Lommatzsch
Petra Schelm: Alexandra Maria Lara
Siegfried Hausner: Christian Blümel
Hanna Krabbe: Britta Hammelstein
Irene Goergens: Susanne Bormann
Willi-Peter Stoll: Hannes Wegener
Peter Homann: Jan Josef Liefers
Stefan Aust: Volker Bruch
Horst Mahler: Simon Licht
Klaus Rainer Röhl: Hans-Werner Meyer
Rudi Dutschke: Sebastian Blomberg
Benno Ohnesorg: Martin Glade
Friederike Dollinger: Leonie Brandis
Herolds Assistent Dietrich Koch: Heino Ferch
Joachim Paul Assböck: Günther Scheicher
Hanns Martin Schleyer: Bernd Stegemann
Richter Dr. Prinzing: Thomas Thieme
Siegfried Buback: Alexander Held
Jürgen Ponto: Hubert Mulzer
Frau Ponto: Kirsten Block
Abu Hassan: Hassam Ghancy
Horst Bubeck: Eckhard Dilssner
Hanne: Jasmin Tabatabai
Josef Bachmann: Tom Schilling
Ensslins Vater Helmut: Michael Gwisdek
Ensslins Mutter Ilse: Elisabeth Schwarz
Herb: Patrick von Blume
Ruth: Sandra Borgmann
Anwalt Hagemann: Michael Schenk
Paul: Christian Schmidt
Ulrich: Jakob Diehl
Anstaltsleiter Stammheim: Wolfgang Pregler
Telefonistin: Nina Eichinger
Frau Buddenberg: Sunnyi Melles
Kommunarde: Christian Nähte
Thomas Lorenz: Stephan Möller-Titel
Pranke: Jona Mues
Andreas Tobias
Peter Schneider
Holger Handtke
Adam Jaskolka
Ralph Kretschmar
Carlo Ljubek
Pedro Stirner
Leopold Hornung
Johanna Bönninghaus



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