Film "Aimée & Jaguar""Aimée & Jaguar" ist ein überaus berührender Film über bewegende Schicksale und Gefühle, eingebettet in einen Zeitraum erschreckender deutscher Geschichte. Lilly Wust, die Ende zwanzig-jährige, politisch angepaßte und in ihrer Beziehung frustrierte Mutter von vier Kindern lernt bei einem Konzertbesuch die junge lebenshungrige Felice Schragenheim kennen, die mit gewissem Nervenkitzel unter falscher Identität als Jüdin in der Redaktion einer nationalsozialistischen Zeitung arbeitet, dabei aber eine Widerstandsgruppe mit Informationen versorgt. Unglücklich in ihrer Beziehung mit ihrem zur Front einberufenen Ehemann Günter und schon beim ersten Treffen von Felices Ausstrahlung fasziniert, erliegt Lilly bei einem erneuten Zusammentreffen den Avancen von Felice und gesteht sich nach und nach die für sie selbst zunächst bestürzende eigene Zuneigung zu Felice ein. Lilly erhält nun Zugang zu der für sie sowohl fremden, als auch faszinierenden freien Lebensart von Felice und ihren Freundinnen Ilse, Miriam (Klärchen) und Lotte. Doch der sich zwischen Lilly ('Aimée') und Felice ('Jaguar') entwickelnden leidenschaftlichen Liebesbeziehung, der Lilly ihre Ehe und das geordnete Familienleben opfert, bleibt nur eine kurze unbeschwerte Zeit beschieden. Als sich die Situation für die jüdischen Bürger immer mehr zuspitzt, organisieren Freunde von Felice die Flucht für sie und ihre Freundinnen Ilse und Klärchen. Lotte fiel bereits zuvor einer Strassenkontrolle der Gestapo zum Opfer. Felice entscheidet sich jedoch im letzten Moment für ihre Beziehung zu Lilly und bleibt in Deutschland zurück. Schließlich wird jedoch ihre Identität aufgedeckt und man deportiert sie nach ihrer Verhaftung durch die Gestapo ins Lager Theresienstadt, von wo sie nicht mehr zurückkehrt. Im Epilog folgt eine Szene (Link zum Clip bei YouTube) einer unbeschwerten Feier der Freundinnen (siehe auch rechts unten auf dieser Seite) - sie singen den Schlager "Für immer und immer" - eine Szene, die den Charakter der Felice sehr schön skizziert: "Und du, was willst du Felice?"
Dem Regisseur Max Färberböck ist es zusammen mit seinem Kameramann Tony Imi in rundherum beeindruckender und authentischer Weise gelungen, die Faszination der leidenschaftlichen Beziehung von Felice und Lilly vor dem Hintergrund der geschichtlichen Dramatik des Deutschlands der letzten Kriegsjahre in großartigen Bildern und Stimmungen einzufangen. Hierbei wird er von einem absolut überzeugendem Schauspieler-Ensemble unterstützt, aus dem zwangsläufig eine hinreißende Maria Schrader als Felice und eine faszinierende Juliane Köhler als Lilly herausragen. Zur Wirkung des Films trägt neben den nostalgischen Farben der wunderschöne Soundtrack von Jan A.P. Kaczmarek bei, der einem den Flair der vergangenen Zeit nahebringt. Auszeichnungen:Bayerischer Filmpreis 1999 Deutscher Filmpreis 1999 Berliner Filmfestival 1999 Nominierungen:Deutscher Filmpreis 1999Filmpreis in Gold Berliner Filmfestival 1999 Golden Globe 2000 GLAAD Media Award 2001 |
![]() Regisseur: Max Färberböck Darsteller: Szenenbilder
|